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Milchpreise 2009

„Same procedure as last year?“
„Same procedure as every year!“

Dieses Zitat aus Dinner for One kennt wohl jeder in Deutschland und für manchen aufmerksamen Beobachter mag das auch für die Diskussion um die Milchpreise gelten.
Letztes Jahr im Urlaub in Friesland habe ich jede Menge Schilder der ortsansässigen Milchbauern gesehen, die so um Aufmerksamkeit rangen und heute knapp ein Jahr später hört man im Radio wieder, dass der Endverbraucherpreis für einen Liter Milch weit unter 50 Cent liegt.

Betrachten wir das Thema doch mal in aller Gesamtheit:

  • der Endverbraucher freut sich, denn er spart Geld.
  • der Einzelhändler (egal ob Discounter oder SB-Warenhaus) freut sich, denn er verkauft (mehr) Milch -> er verdient also Geld.
  • die Molkerei freut sich, denn sie verkauft Milch an/über den Einzelhändler -> er verdient also Geld.
  • der Bauer hat die Wahl zwischen Wegschütten oder unter Herstellungspreis zu verkaufen -> er freut sich nicht und geht auf die Straße.

Ich bin kein Landwirt und schon gar kein Milchbauer. Aber ich finde es ist eine Schande, wenn Milchbauern aus Protest Milch gleich hektoliterweise in den Abfluss schütten. Milch ist ein Lebensmittel und Lebensmittel sollte man nur wegwerfen, wenn sie so verdorben sind, dass sie nicht mehr genießbar sind. Leider scheint dies gerade bei der jüngeren Generation (zu der ich auch gehöre) in Deutschland größtenteils in Vergessenheit geraten zu sein.

Jeder in Deutschland kann es sich leisten, für einen Liter Milch 50 Cent (= 0,50€) auszugeben. Auch in der Wirtschaftkrise haben wir alle die Möglichkeit, und sei es durch den Verzicht auf Luxusgüter wie Süßigkeiten und Alkoholika, einen halben Euro für ein so wichtiges Lebensmittel wie Milch auszugeben.
Ich persönlich bevorzuge es, ganz im Gegensatz zu den meisten Deutschen (wenn man sich den Anteil an Ausgaben für Lebensmittel am Einkommen verglichen mit anderen EU-Staaten ansieht), wenige, qualitativ hochwertige (damit meist auch hochpreisige) Lebensmittel zu kaufen, anstatt ganzer Berge von ernährungsphysiologischen und  lukullischen Müll zu Hause zu bunkern und diesen entweder unbemerkt von Zunge und Nase in meinen Magen zu stopfen oder wegzuwerfen.

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